Generation Y – wie tickt sie in Deutschland?

01, Juli, 2014 Christina Wolf 2 Kommentare
© lassedesignen - Fotolia.com
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Nicht nur in Deutschland versuchen Personaler und Vorgesetzte sie zu verstehen: die Generation Y. Unsere Muttergesellschaft Hays plc hat deswegen weltweite Studien zu dem Thema durchgeführt. Bisher wurden das UK, Japan, China und die USA genau unter die Lupe genommen. Die Studie zu der Generation Y im UK habe ich in einem vorigen Blogpost bereits näher vorgestellt. Ich möchte Ihnen heute die deutsche Studie exklusiv vorstellen und in Teilen mit den anderen Ländern vergleichen. Hier gibt es spannende Unterschiede.

Doch zuerst kurz zu den trockenen Hintergrundfakten: Für die Studie wurden 1.000 Mitglieder der Generation Y befragt, sie sind zwischen 18 und 30 Jahren alt. 35 Prozent befinden sich noch in der Ausbildung (Studium oder Sonstiges) und 29 Prozent arbeiten in ihrem ersten Job. Was erwartet die Generation Y nun von ihrem Vorgesetzten und der Arbeit?

Der ideale Vorgesetzte für die Generation Y

geny2Laut der Studie wünschen sich 48 Prozent der Millennials in Deutschland eine führende Person als Vorgesetzten (zum Vergleich: 40 Prozent im UK, 26 Prozent in China, 30 Prozent in Japan, 47 Prozent in den USA), 43 Prozent einen Mentor bzw. einen Coach (51 Prozent im UK, 36 Prozent in China, nur 10 Prozent in Japan, 47 Prozent in den USA) und 39 Prozent eine Vertrauensperson, mit der man auch über Privates reden kann (nur 30 Prozent im UK, Platz 1 in China mit 50 Prozent und Japan mit 60 Prozent, nur 25 Prozent in den USA). Der Traum-Chef soll fair sein und motivieren können, aber vor allem ein Experte auf seinem Fachgebiet und unterstützend sein. Das deckt sich mit dem Bedürfnis, dass die Generation Y gerne gecoacht werden und fachlich sowie persönlich weiterkommen möchte. Sie ist wiss- und lernbegierig und arbeitet kontinuierlich an sich. Wenn sie sich unfair behandelt fühlt, ist sie schnell unzufrieden. Da muss ihr Vorgesetzter natürlich ganz aktiv seinen Teil dazu beitragen.

Nur 6 Prozent erwarten von ihrem Vorgesetzten dagegen, dass er schlicht Aufgaben delegiert (10 Prozent im UK, 20 Prozent in China, 35 Prozent in Japan). Die traditionelle Führung wird von der Generation Y in Deutschland also sogar noch stärker abgelehnt als in anderen Ländern. Es sind ganz klar die kulturellen Einflüsse zu sehen… in Deutschland wird man nun mal zu Selbstbewusstsein und Selbstständigkeit erzogen. Man hinterfragt und „macht nicht einfach, was der Chef sagt“. Manche Vorgesetzten würden sich vielleicht manchmal wünschen, wir wären wie die Generation Y in Japan. 😉 Ich bin der festen Überzeugung, dass man nur besser werden kann, wenn man sich regelmäßig prüft. Nichts ist schlimmer als Stillstand. Das sehen glücklicherweise meistens auch die Vorgesetzten so.

Was die Generation Y von ihrer Arbeit erwartet

geny1Jetzt wissen wir, was die Generation Y von ihrem Vorgesetzten erwartet, aber wie stellt sie sich ihre Arbeit konkret vor? Zuallererst: Sie möchte (mit 68 Prozent) eine interessante Arbeit haben! Hier ist sich die Generation Y around the world einig. Was aber in Deutschland laut der Umfrage einmalig ist, ist das Bedürfnis (mit 48 Prozent) nach dem sozialen Leben rund um die Arbeit (weltweilt ist das nur 24 Prozent der Millennias wichtig). Sprich: Gemeinsame Mittagspausen oder Mitarbeiterveranstaltungen werden hoch geschätzt. Eine flexible Arbeitszeiteinteilung ist für 43 Prozent der Befragten von Bedeutung. Hier wird wieder sichtbar, dass Work-Life-Balance sehr wichtig ist. Arbeit wird nicht als schlichtes „Geldverdienen“ gesehen, die Generation Y möchte sich selbst verwirklichen. Starre Arbeitsformen und -strukturen, wie sie die Babyboomer womöglich präferiert haben, werden eher abgelehnt.

Leider wird in der Studie nicht konkret darauf eingegangen, wie die perfekte Karriere für die Generation Y in Deutschland aussieht (im Gegensatz zu den anderen Ländern). Hier hätte es sicher auch noch spannende Vergleiche gegeben.

Fazit

Dank unserer Muttergesellschaft ist es uns möglich, die Repräsentanten der Generation Y im weltweilten Vergleich zu betrachten. Das ist sehr interessant, denn sie ticken nicht gleich. Die kulturellen Unterschiede sind sichtbar und lassen erahnen, warum die deutsche Wirtschaft und die deutschen Angestellten weltweit einen so guten Ruf haben. Denn die Generation Y in Deutschland ist anscheinend deutlich selbstbewusster als die Generation Y in anderen Ländern, sehr zielstrebig und immer bemüht, besser zu werden. Das sollte uns doch (mit einiger Veränderungsbereitschaft) positiv in die wirtschaftliche Zukunft blicken lassen.

Sobald die Studie online ist, erfahren Sie es hier.

Christina Wolf
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