Frauen definieren ihre Karriere anders

08, März, 2016 Gastautor 0 Kommentare
© Kurhan - Fotolia.com
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Was? Nur eine von 10 Frauen möchte einmal Chef werden und ganz an die Spitze des Unternehmens? Unvorstellbar für Männer. Das ist die Realität für all diejenigen Frauen, die anlässlich des Gender Diversity Reports von Hays UK aktuell dazu befragt wurden.

Frauen im Chefsessel

Denn wie es um die Karriereambitionen der Frauen in Unternehmen bestellt ist, macht der Report ganz deutlich: lediglich 11 Prozent aller befragten Frauen wollen überhaupt zum CEO oder COO ernannt werden. Weltweit sind es nur verschwindend geringe 9 Prozent. Frauen sind also deutlich weniger aufstiegsorientiert.

Unter den befragten Männern hingegen sehen sich immerhin 18 Prozent in einigen Jahren auf dem Chefsessel. Frauen bevorzugen dagegen eine Position im mittleren Management, beispielsweise in Form einer Direktoren-Funktion (36%), über die sie Einfluss, Führung und Gestaltungsmöglichkeiten im richtigen Verhältnis ausbalancieren können. Denn sie wissen, dieser Spielraum würde ihnen in den Top-Etagen nicht mehr zur Verfügung stehen, was diesen Job für sie daher eher unattraktiv macht.

Mittelfeld statt Poleposition

Stellt sich die Frage, warum geben sich die Frauen denn überhaupt mit dem Mittelfeld zufrieden, wenn doch die Poleposition noch zu haben ist? Geht es um ihr eigenes Fortkommen, legen sie oft ganz andere Maßstäbe an als ihre männlichen Kollegen. Sie möchten – wie auch der Report belegt – eher unterstützend denn führend tätig sein. Davon abgesehen arbeiten sie gerne gründlich, strukturiert und vor allem detailorientiert, lassen andere an ihren Erfolgen teilhaben, sind kooperativ und verlässlich. Ganz zu schweigen von ihrem Gestaltungswillen und Sinn für neue kreative Ansätze.

Aufgabe als karriererelevantes Kriterium

Für Frauen ist die Aufgabe an sich das karriererelevante Kriterium, nicht etwa die Position. Männlich dominierte Führungsetagen und Organisationsspitzen haben in Bezug auf weibliche Karrieren aber eine etwas andere Auffassung. Sie halten trotzdem es sich beim Positionsanwärter um eine Frau handelt, häufig an ihren klassischen Karrieremustern fest. Mit der Konsequenz, dass andere männliche Nachwuchskräfte den heiß begehrten Job erhalten und sogar mehr verdienen, als wenn dieser durch eine Frau besetzt werden würde.

Im Report bestätigen das nur 22 Prozent der befragten Männer. Vor dem Hintergrund einer anhaltenden Chancenungleichheit appelliert Alistar Cox, CEO von Hays, zurecht an die Unternehmen: „Wer weibliche Talente auf dem Weg nach oben gezielt fördern möchte, sollte entsprechende Richtlinien verabschieden und endlich aufhören, nur seine Kreuzchen in die richtige Box zu setzen.“

Über die Gastautorin Silvia Hänig

Nach ihrer Ausbildung und einem Studium der Betriebswirtschaftslehre war Silvia Hänig in unterschiedlichen leitenden Positionen des Marketings sowie der Unternehmenskommunikation tätig.

_77A0083-1webNach ihrer Tätigkeit als stellvertretende Geschäftsführerin bei der Netzwerkagentur Waggener Edstrom entschied sich die damals 35-jährige zum Schritt in die Selbständigkeit und gründete ihre Kommunikationsberatung iKOM.
Silvia Hänig verfügt über mehr als 15 Jahre internationale und nationale Beratungs- und Kommunikations-Management-Erfahrung bei Innovationsführern, High-Tech Unternehmen sowie Professional Services Anbietern. Seit 2015 bietet sie ihre Kommunikations-Expertise zudem innerhalb des Programmes gender leadership orientation (GLOW) dem weiblichen/männlichen Führungsnachwuchs an. Silvia Hänig unterstützt die Unternehmenskommunikation der Hays AG seit 2012.

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